Verlauf der Behandlung

Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine Beurteilung der Fähigkeiten des Patienten (sog. "Assessment", eine Art Bestandsaufnahme der Defizite, aber auch der Ressourcen), um ein Therapieziel festlegen zu können. Daraufhin ausgerichtet wird ein individuelles Behandlungskonzept entwickelt.

Da neben der rein körperlichen Seite der akuten Erkrankung(en) auch die seelische Verfassung und die sozialen Verhältnisse von Bedeutung sind, erstreckt sich o.g. Assessment auch auf diese Bereiche. Dies ist – verständlicherweise – für viele Patienten (und Angehörige) neu und ungewohnt, aber für das übergeordnete Ziel von ganz wichtiger Bedeutung. Zu diesem Assessment gehören folgende Verfahren/Tests/Untersuchungen:

·         der „Barthel-Index“: Punkteskala zur Abschätzung der Selbständigkeit im sog. „Grundpflegebereich“ (wird vom Pflegepersonal am Anfang und später wöchentlich erstellt)

·         der Sozialstatus: eine Analyse der häuslichen Situation (wird von der Sozialarbeiterin in einem Gespräch erfragt: dieser Punkt ist sehr wichtig, um ggf. eine weitere Betreuung sicherzustellen, da die Dauer des stationären Aufenthaltes befristet ist)

·         der „Mini-Mental-Status“: ein Gedächtnisleistungstest (dass einem so etwas im Krankenhaus vorkommt, ist ungewohnt – aber dieser Test ergibt sehr aufschlussreiche Erkenntnisse, und wird heutzutage weltweit eingesetzt)

·         ein Depressionstest (GDS): die Depression ist die am häufigsten übersehene Krankheit!

·         der Krankengymnastik-Status: wird von der Krankengymnastik erhoben

·         der Ergotherapie-Status: wird von der Ergotherapie erhoben

Neben diesem sog. Basisassessment können weitere spezielle diagnostische Verfahren zum Einsatz kommen, um z.B. spezielle motorische Probleme zu analysieren oder die kognitive Situation des Patienten beurteilen zu können.

Im Verlauf wird dann unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation die Wirkung der Behandlung beurteilt. Dies geschieht insbesondere im Rahmen der wöchentlichen Teambesprechungen, zu denen alle am Assessment und an der Behandlung des Patienten beteiligten Berufsgruppen einmal pro Woche zusammenkommen (immer Mittwochs 10.30 bis 11.30 Uhr).

Am Ende der Behandlung wird eine erneute, abschließende Beurteilung der Fähigkeiten des Patienten durchgeführt.

Damit sollen auch Empfehlungen für die Nachsorge und weitere Versorgung gegeben werden können.